SVPM/ASME

Auch dieses Jahr hat die Schweizerische Vereinigung für Pferdemedizin ein spezielles und lehrreiches Programm an den 10. Schweizerischen Tierärztetage vom 3. bis 5. Mai 2023 in Fribourg auf die Beine gestellt.

Arthrosen, chronische degenerative Veränderungen an einem oder mehreren Gelenken, sind beim Pferd keine Seltenheit. Im Gegenteil. Vor allem im fortgeschrittenen Alter plagen sich Pferde zunehmend mit Gelenksschäden. Doch auch junge Tiere sind davor nicht gefeit – mit teils gravierenden Auswirkungen, denn Arthrosen können nicht nur erhebliche Bewegungseinschränkung verursachen, sondern auch mit starken Schmerzen verbunden sein. Inzwischen gibt es eine ganze Menge verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, die Lebensqualität geplagter Pferde zu verbessern. Wir möchten Ihnen die neusten Therapieansätze vorstellen und auch praktische Tipps für eine optimale Gelenksbehandlung im Feld mitgeben.

Obwohl sich der Esel als Haustier immer grösserer Beliebtheit erfreut, gilt er bei einigen Tierärzten weiterhin als Exot, der viel zu häufig als kleines Pferd therapiert wird. Neben vielen Gemeinsamkeiten gibt es jedoch einige wesentliche Unterschiede zwischen Pferd und Esel, die nicht nur in einer teilweise abweichenden Anatomie, sondern auch im Verhalten, in der Physiologie sowie in der Pharmakokinetik bestehen. Die «Eselmedizin» wird uns durch die Eselspezialistin Dr. Lucia Unger nähergebracht.

Wenn das Iliosakralgelenk des Pferds blockiert - Die empfindliche Schaltstelle am Pferderücken gibt Tierärzt*innen Rätsel auf. Die enormen Belastungen machen das ISG leicht zur Schwachstelle: Es ist sehr anfällig für Zerrungen mit Band- oder Knorpelschädigungen, zum Beispiel durch Stürze und ungünstige Bewegungen. Die Folge von Verletzungen und Verschleiss kann Arthrose sein. Da es eine zentrale Schaltstelle für die gesamte Bewegungsmechanik des Pferds ist, äussern sich Probleme mit diesem Gelenk besonders deutlich, zumal sie von den Pferden nicht so einfach wie andere Lahmheiten kompensiert werden können. Schon kleine Irritationen, wie etwa zu viel Spiel im Gelenk durch einen verletzten und instabilen Bandapparat, beeinflussen den Kräftefluss und können deutliche Auswirkungen auf das Gangbild und das Verhalten des Pferds haben. Viele unklare Lahmheiten der Hinterhand sind auf das Iliosakralgelenk zurückzuführen. Dr. Andrea Bischofsberger gibt uns einen Einblick in Klinik, Diagnose, Therapie und Prophylaxe bei ISG - Erkrankungen bei Pferden.

Lebererkrankungen beim Pferd sind relativ häufig und können durch unterschiedliche Noxen hervorgerufen werden. Neben spezifischen Infektionserregern sind dies beispielsweise Toxine, Parasitosen, Gallengangsobstruktionen, aufsteigende bakterielle Infektionen und Neoplasien. Die Leber verfügt über eine beachtliche Reservekapazität und grosses Regenerationsvermögen.

Diese hohe funktionelle Reservekapazität führt dazu, dass viele Lebererkrankungen subklinisch verlaufen oder nur sehr geringgradige unspezifische Befunde auffällig werden. Oft sind veränderte blutchemische Parameter der einzige Indikator einer Leberschädigung. Im klinischen Alltag ist es dementsprechend eine Herausforderung, die Ursache für die Erhöhung von Leberenzymen zu finden. Im Allgemeinen ist die Funktion der Leber erst spät im Krankheitsverlauf merkbar beeinträchtigt und führt dann zu einer Leberinsuffizienz. Auch wenn betroffene Pferde häufig keine oder nur geringe Beeinträchtigungen zeigen, sollte ein Hinweis auf eine Lebererkrankung nicht ignoriert werden und genau auf diesen Punkt wird in dem Vortrag eingegangen.

Regenerative Therapieformen haben in den letzten Jahren in der Pferdmedizin immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ziel dieses Vortrags ist es die Therapieform durch Injektion von biologischen Therapeutika (PRP, IRAP, Stammzellen) an das Publikum näher zu bringen.

Nun stellt sich für den Praktiker immer die Frage, wie lange ist die ausgewählte Therapie Doping relevant, dieser heikle Punkt wird auch in unserer Vortragsreihe diskutiert.

Beim REM-Schlafmangel handelt es sich im Gegensatz zur angeborenen Narkolepsie um eine erworbene Verhaltensstörung. Betroffene Pferde zeigen häufig: Verletzungen an den Fessel- oder Karpalgelenken sowie an Hüfte oder Kopf, Leistungseinbussen, Wesensveränderungen (Hysterie/Schläfrigkeit). Wir konnten eine Spezialistin gewinnen, welche dieses spannende Thema uns näherbringt. Wussten Sie, dass es sogar speziell eingerichtete Schlaflabors für Pferde gibt?

An den kommenden Schweizerischen Tierärztetage geben wir auch den jungen Forschern wieder die Gelegenheit über ihr aktuelles Forschungsprojekt im Bereich der Pferdemedizin vorzustellen. Die beste Präsentation erhält am Ende des Tages eine Auszeichnung.

Am Mittwoch, 3. Mai findet ein Vorkongress im Haras National, Avenches statt. Bei diesem 1-tägigen Kurs lernen Sie mehr über die beste Vorgehensweise bei medizinischen Notfällen bei Pferden. Dieser Kurs befasst sich mit der Behandlung einiger der schwierigsten medizinischen Notfälle - akute Blutungen, Hirnverletzungen, akute Atemnot. Wir werden uns mit diesen Horroranrufen, Katastrophen und Unfällen befassen und uns überlegen, wie wir die bestmöglichen Ergebnisse erzielen können.

Schauen Sie sich das Programm an und nutzen Sie die Gelegenheit wieder einmal an einem Kongress teilzunehmen! Wir freuen uns Sie alle vor Ort begrüssen zu dürfen!

Päivi de Jesus Maia

Vorstandsmitglied
Verein Schweizerische Tierärztetage (VSTT)